>Die WeinPresse<

„Die WeinPresse“ ist unsere Online-Ausgabe (in der Form eines Weinzeitungsformates) mit der wir kontinuierlich Einblicke in unseren Arbeitsablauf gewähren und Ihnen das Weinjahr anhand unserer Arbeitsschritte und -prozesse veranschaulichen wollen. Eine Sichtweise einmal aus ganz anderen Blickwinkeln.

Beim Öffnen einer Flasche Wein durchstreifen unsere Gedanken oftmals wunderschöne Weinberge, das Antlitz schöner Holzfässer und vor allem eine gewisse Entspannung und Gelassenheit.

Doch bis Wein in Flaschen abgefüllt wird, steht dieser Entspannung und Gelassenheit sehr mühevolle Arbeit gegenüber. Auch sehr viel händische Arbeit. Welche Schritte im Weingarten und Weinkeller zu einem edlen Tropfen Wein führen, mag übertrieben dargestellt, für manche „erkostbar“ sein, vielen bleibt jedoch der Einblick in den Jahresablauf eines Winzers bzw. der Entstehungsprozess von Wein verborgen.

Mit unserem Online-Format „Die WeinPresse“ wollen wir Ihnen 2019 Einblicke in das Arbeitsjahr gewähren. Das Weinjahr, veranschaulicht durch die vier Jahreszeiten im Weinbau, verlebendigt durch unser Weinschaf:

Ausgabe 1/2019, Der Weingarten im Winter

Ausgabe 2/2019, Der Weingarten im Frühling, jetzt online

Ausgabe 3/2019, Der Weingarten im Sommer, folgt im Juni 2019

Ausgabe 4/2019, Der Weingarten im Herbst, folgt im September 2019

Mähen und Mulchen mit Schafen . . .

. . . vom Milchschaf zum „WEINschaf“

Unser Weinschaf „Marcello“ verlebendigt nicht nur unseren Markenauftritt, sondern Marcello und zahlreiche weitere Schafe mähen und mulchen sehr fleißig unsere Steilstlagen. Grundsätzlich wird in den steilsten unserer Weingärten das Gras zwischen den Rebzeilen sowie auch unter den Rebstöcken, unter enormem Körpereinsatz, händisch mit der Sense gemäht. Heuer setzen wir erstmals unterstützend Schafe der Rasse „Krainer Steinschaf“ ein. Das Mähen und Mulchen erfolgen somit auf die natürlichste Art und Weise. Nachdem wir all unsere Weingärten biologisch bewirtschaften, stehen den Schafen zahlreiche zarte Gräser und die besten Kräuter zur Verfügung.

Das Krainer Steinschaf, ein traditionelles Milchschaf, ist eine alte Nutztierrasse.
Die offizielle Rassenbeschreibung lautet: „Das Krainer Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen österreichischen Schafrassen, ursprünglich beheimatet in den Julischen Alpen im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Friaul.“
Die klein- bis mittelrahmigen Tiere sind feingliedrig, mit geradem Nasenprofil, mit kurzen, waagrecht stehenden, nicht hängenden Ohren. An Farben kommen schwarz-braun, weiß, seltener grau-meliert oder gescheckt vor. Meist sind die Tiere hornlos. Stirn, Bauch und Schwanz sind bewollt, Gesicht und Beine sind unbewollt.
Krainer Steinschafe sind widerstandsfähig und genügsam mit guter Lebensleistung. Die harten Klauen und die grobe Mischwolle, die durch ihre Scheitelung am Rücken Niederschlag gut ablaufen lässt, machen sie zu wetterharten, unkomplizierten Schafen, die für die Weidehaltung bestens geeignet sind.
Durch die jahrhundertelange Nutzung als Milchschafe sind die Tiere sehr zutraulich. Der Herdenzusammenhalt ist stark ausgeprägt.

Ausgabe 2/2019,
Der Weingarten im Frühling

Neue Rebstöcke werden ausgepflanzt. Falls ein Nachpflanzen erforderlich ist, werden alte, abgestorbene Rebstöcke in bestehenden Rebanlagen ersetzt, oder es werden bei Bedarf, Neuanlagen gepflanzt.

Mähen und Mulchen, Unterstockpflege

Im Weingarten wird erstmals im neuen Weinjahr gemäht und gemulcht.

Beim Mulchen wird das Gras abgeschnitten und bleibt im Weingarten liegen, um den Boden abzudecken. Diese ökologische Methode dient dazu, den Boden zu schützen und ihm Nährstoffe zuzuführen. Der Boden im Weingarten ist vielen äußeren Einflüssen wie Wind, Trockenheit, etc. ausgesetzt. Es ist daher sinnvoll, eine Schutzschicht aufzubauen – den sogenannten „Mulch“. Das Prinzip haben wir uns von der Natur abgeschaut, denn in der Natur gibt es praktisch keine nackte Erde: Laub, abgebrochene Zweige, Pflanzen oder eine Humusschicht bedecken natürlicherweise meist den Boden. Richtig gemulcht, bleibt der Boden feucht, der Wind kann die Erde nicht austrocknen und Wasser verdunstet nicht so leicht. Regen wiederum wird von der Erde aufgenommen und schwemmt diese nicht weg. Die Schutzschicht verhindert Unkrautwuchs. Nützliche Helfer wie Würmer, Bakterien und Mikroorganismen lockern unter dem Mulch den Boden auf und zersetzen die organische Bedeckung des Grasschnitts, sodass der Erde Nährstoffe zugefügt werden und die Humusschicht wächst.

Unter den Rebstöcken wird das Gras mechanisch entfernt. In den steilsten unserer Weingärten wird das Gras zwischen den Rebzeilen als auch unter den Rebstöcken unter enormen Körpereinsatz, händisch, mit der Sense gemäht.

Sämtliche junge Rebstöcke werden händisch gejätet (ausgegrast).

Die gesamte Unterstockpflege wird ausschließlich bei geschlossener Grasnarbe durchgeführt, (ausgenommen bei jungen Rebstöcken).

Rebstockpflege – Ausbrechen und Ausbrocken der Triebe

Der qualitätseinschneidenste Schritt im Frühjahr ist das Ausbrocken und Ausbrechen der Triebe. Alle nicht benötigten jungen Triebe, Stammaustriebe sowie alle weniger gut versorgten Kümmertriebe werden händisch vom Rebstock entfernt. Damit ist sichergestellt, dass nur eine optimale Anzahl und Verteilung an jungen Trieben am Rebstock verbleiben. Nach dem Rebschnitt im Winter ist das der zweit wichtigste Schritt für die Qualitätssicherung. Durch das Jäten und Ausbrocken der Triebe erfolgt nach dem Rebschnitt eine weitere Ertragsregulierung, womit das Ertragsniveau nochmals beeinflusst wird – die Ertragshöhe übt den stärksten Einfluss auf die Traubenqualität und somit auf die Weinqualität aus.

Nach dem Ausbrechen und Ausbrocken der Triebe erfolgt das Einleiten der Triebe in das Drahtgerüst.

Gegen Ende April beginnt der Austrieb der Reben. Die Knospen brechen auf, die grünen Triebspitzen werden sichtbar. Während der Austriebphase sind die Reben besonders empfindlich. Spätfrost im Frühjahr kann den jungen Trieben in dieser Zeit schwer zusetzen.

Unterstützung der Pflanzengesundheit

Das beste Pflanzenschutzmittel ist die Natur, genauer gesagt, das Arbeiten im Einklang mit der Natur. Schafft bzw. bewahrt man für Nützlinge einen optimalen Lebensraum, dient dies einer natürlichen Abwehr gegen Schädlinge und die Widerstandskraft der Rebe wird gestärkt.

Als Unterstützung, damit die Reben vital für die Rebblüte gerüstet sind, beginnen wir im Mai mit dem Pflanzenschutz. Bei uns kommt ausschließlich organisch-biologischer Pflanzenschutz zum Einsatz, d.h. wir verwenden keine synthetisch hergestellten Fungizide, keine Insektizide sowie keine Herbizide. Weiters schützen wir unsere Rebstöcke mechanisch-physikalisch durch Hagelnetze.

Ende Mai beginnt die Rebblüte und stellt den Übergang in den Sommer dar. Während dieser Zeit verströmen die Blüten einen angenehmen Duft im Weingarten.

Der Weinkeller im Frühling

Auch im Frühling müssen die Fässer weiterhin spundvoll gehalten werden.