>Die WeinPresse<

„Die WeinPresse“ ist unsere Online-Ausgabe (in der Form eines Weinzeitungsformates) mit der wir kontinuierlich Einblicke in unseren Arbeitsablauf gewähren und Ihnen das Weinjahr anhand unserer Arbeitsschritte und -prozesse veranschaulichen wollen. Eine Sichtweise einmal aus ganz anderen Blickwinkeln.

Beim Öffnen einer Flasche Wein durchstreifen unsere Gedanken oftmals wunderschöne Weinberge, das Antlitz schöner Holzfässer und vor allem eine gewisse Entspannung und Gelassenheit.

Doch bis Wein in Flaschen abgefüllt wird, steht dieser Entspannung und Gelassenheit sehr mühevolle Arbeit gegenüber. Auch sehr viel händische Arbeit. Welche Schritte im Weingarten und Weinkeller zu einem edlen Tropfen Wein führen, mag übertrieben dargestellt, für manche „erkostbar“ sein, vielen bleibt jedoch der Einblick in den Jahresablauf eines Winzers bzw. der Entstehungsprozess von Wein verborgen.

Mit unserem Online-Format „Die WeinPresse“ wollen wir Ihnen 2019 Einblicke in das Arbeitsjahr gewähren. Das Weinjahr, veranschaulicht durch die vier Jahreszeiten im Weinbau, verlebendigt durch unser Weinschaf:

Ausgabe 1/2019, Der Weingarten im Winter

Ausgabe 2/2019, Der Weingarten im Frühling

Ausgabe 3/2019, Der Weingarten im Sommer, jetzt online

Ausgabe 4/2019, Der Weingarten im Herbst, folgt im September 2019

Ausgabe 3/2019,
Der Weingarten im Sommer

Weiterhin Mähen und Mulchen, Unterstockpflege

So wie im Frühjahr begonnen, wird auch während des Sommers immer wieder gemäht und gemulcht sowie Unterstockpflege betrieben.

Beim Mulchen wird das Gras abgeschnitten und bleibt im Weingarten liegen, um den Boden abzudecken. Diese ökologische Methode dient dazu, den Boden zu schützen und ihm Nährstoffe zuzuführen. Der Boden im Weingarten ist vielen äußeren Einflüssen wie Wind, Trockenheit, etc. ausgesetzt. Es ist daher sinnvoll, eine Schutzschicht aufzubauen – den sogenannten Mulch. Das Prinzip haben wir uns von der Natur abgeschaut, schließlich gibt es in der Natur praktisch keine nackte Erde: Laub, abgebrochene Zweige, Pflanzen oder eine Humusschicht bedecken natürlicherweise meist den Boden. Richtig gemulcht, bleibt der Boden feucht, der Wind kann die Erde nicht austrocknen und Wasser verdunstet nicht so leicht. Regen wiederum wird von der Erde aufgenommen und schwemmt diese nicht weg. Die Schutzschicht verhindert Unkrautwuchs. Nützliche Helfer wie Würmer, Bakterien und Mikroorganismen lockern unter dem Mulch den Boden auf und zersetzen die organische Bedeckung des Grasschnittes, sodass der Erde Nährstoffe zugefügt werden und die Humusschicht wächst.

Unter den Rebstöcken wird das Gras mechanisch entfernt. In den steilsten unserer Weingärten wird das Gras zwischen den Rebzeilen sowie unter den Rebstöcken unter enormen Körpereinsatz händisch mit der Sense gemäht.

Sämtliche junge Rebstöcke werden händisch gejätet (ausgegrast).

Die gesamte Unterstockpflege wird ausschließlich bei geschlossener Grasnarbe durchgeführt, (ausgenommen bei jungen Rebstöcken).

Mähen und Mulchen mit Schafen . . .

. . . vom Milchschaf zum „WEINschaf“

Unser Weinschaf „Marcello“ verlebendigt nicht nur unseren Markenauftritt, sondern Marcello und zahlreiche weitere Schafe mähen und mulchen sehr fleißig unsere Steilstlagen. Grundsätzlich wird in den steilsten unserer Weingärten das Gras zwischen den Rebzeilen sowie auch unter den Rebstöcken, unter enormem Körpereinsatz, händisch mit der Sense gemäht. Heuer setzen wir erstmals unterstützend Schafe der Rasse „Krainer Steinschaf“ ein. Das Mähen und Mulchen erfolgen somit auf die natürlichste Art und Weise. Nachdem wir all unsere Weingärten biologisch bewirtschaften, stehen den Schafen zahlreiche zarte Gräser und die besten Kräuter zur Verfügung.

Das Krainer Steinschaf, ein traditionelles Milchschaf, ist eine alte Nutztierrasse.
Die offizielle Rassenbeschreibung lautet: „Das Krainer Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen österreichischen Schafrassen, ursprünglich beheimatet in den Julischen Alpen im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Friaul.“
Die klein- bis mittelrahmigen Tiere sind feingliedrig, mit geradem Nasenprofil, mit kurzen, waagrecht stehenden, nicht hängenden Ohren. An Farben kommen schwarz-braun, weiß, seltener grau-meliert oder gescheckt vor. Meist sind die Tiere hornlos. Stirn, Bauch und Schwanz sind bewollt, Gesicht und Beine sind unbewollt.
Krainer Steinschafe sind widerstandsfähig und genügsam mit guter Lebensleistung. Die harten Klauen und die grobe Mischwolle, die durch ihre Scheitelung am Rücken Niederschlag gut ablaufen lässt, machen sie zu wetterharten, unkomplizierten Schafen, die für die Weidehaltung bestens geeignet sind.
Durch die jahrhundertelange Nutzung als Milchschafe sind die Tiere sehr zutraulich. Der Herdenzusammenhalt ist stark ausgeprägt.

Laubarbeit

Laubarbeiten ergänzen während der Vegetationsperiode den winterlichen Rebschnitt, also die Erziehung der Rebstöcke, um die Leistungsfähigkeit der Laubfläche voll zu nutzen.

In unserem Fall werden an der Laubwand Triebe eingekürzt und Geiztriebe entfernt. Das Einkürzen der Triebe und das Entfernen der Geiztriebe erfolgt zum spätestmöglichen Zeitpunkt. Je später Triebe eingekürzt werden, desto früher tritt die physiologische Reife ein > daraus resultiert eine hochwertige Traubenqualität.

Im Laufe des Sommers bilden sich die Trauben.

Weintrauben sind die Fruchtstände der Weinreben. Die einzelnen Früchte des Fruchtstandes heißen „Weinbeeren“. Umgangssprachlich wird zwischen „Beere“ und „Traube“ nicht immer korrekt unterschieden. Botanisch gesehen, handelt es sich bei der Form des Fruchtstandes mit verzweigten Seitenachsen jedoch nicht um eine Traube, sondern um eine Rispe. Die Einzelblüten der Rebe sind in einem Blütenstand, dem Geschein, zusammengefasst. Die Schale sowie die Kerne der Weinbeeren enthalten Oligomere Proanthocyanidine (OPCs), die u.a. als starke Antioxidantien wirken; die Kerne können zu Traubenkernöl und Traubenkernmehl verarbeitet werden. Die Kerne und die Haut der Beeren sind zudem Quelle für das Antioxidantien Resveratrol.

Wir beobachten den Wachstumsprozess laufend und sehr genau, d.h. für uns steht im Sommer besonders die Entwicklung des Rebstocks und der Trauben im Vordergrund.

Unsere Weingärten sind Orte voller lebendiger Natur – unsere Weine, Produkte von Trauben aus biologischem und ökologischem Anbau.

Der organisch-biologische Weinbau wird auch als „Biologischer Weinbau“ oder „Bioweinbau“ bezeichnet.

Die wichtigsten Kriterien der biologischen Landwirtschaft sind:
– das Verbot der Anwendung von Herbiziden,
– die Förderung der Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens durch schonende Bodenbearbeitung, sowie
– die Bewirtschaftung des Weingartens unter Berücksichtigung von natürlichen Stoffkreislaufen.

Organisch-biologische Bewirtschaftung ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität im Ökosystem Weingarten. Dadurch ist ein erhöhter Zeit- und Kostenaufwand für die Bodenpflege und für die natürlichen Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich.ü

Der Weinkeller im Sommer

Im Spätsommer, kurz vor Weinlese, werden unsere Weine der Ersten STK Ried aus den Eichenholzfässern gezogen und für die bevorstehende Flaschenabfüllung vorbereitet.

Die Fässer werden auch im Sommer weiterhin spundvoll gehalten.