>Die WeinPresse<

„Die WeinPresse“ ist unsere Online-Ausgabe (in der Form eines Weinzeitungsformates) mit der wir kontinuierlich Einblicke in unseren Arbeitsablauf gewähren und Ihnen das Weinjahr anhand unserer Arbeitsschritte und -prozesse veranschaulichen wollen. Eine Sichtweise einmal aus ganz anderen Blickwinkeln.

Beim Öffnen einer Flasche Wein durchstreifen unsere Gedanken oftmals wunderschöne Weinberge, das Antlitz schöner Holzfässer und vor allem eine gewisse Entspannung und Gelassenheit.

Doch bis Wein in Flaschen abgefüllt wird, steht dieser Entspannung und Gelassenheit sehr mühevolle Arbeit gegenüber. Auch sehr viel händische Arbeit. Welche Schritte im Weingarten und Weinkeller zu einem edlen Tropfen Wein führen, mag übertrieben dargestellt, für manche „erkostbar“ sein, vielen bleibt jedoch der Einblick in den Jahresablauf eines Winzers bzw. der Entstehungsprozess von Wein verborgen.

Mit unserem Online-Format „Die WeinPresse“ wollen wir Ihnen 2019 Einblicke in das Arbeitsjahr gewähren. Das Weinjahr, veranschaulicht durch die vier Jahreszeiten im Weinbau, verlebendigt durch unser Weinschaf:

Ausgabe 1/2019, Der Weingarten im Frühling

Ausgabe 2/2019, Der Weingarten im Sommer

Ausgabe 3/2019, Der Weingarten im Herbst

Ausgabe 4/2019, Der Weingarten im Winter, jetzt online

Ausgabe 4/2019,
Der Weingarten im Winter

Auch im Winter gibt es aufwendige Weingartenarbeit. Grundsätzlich eine wunderschöne Arbeit bei der man an sonnigen Tagen viel Sonnenenergie und frische Luft im Freien tanken kann.
Während sich unsere Weinstöcke in die Winterruhe zurückgezogen haben, bewältigen unsere Weingartenmitarbeiter, unter für den Körper teilweise schwierigen klimatischen Bedingungen, aufwändige Weingartenarbeit per Hand. Die kalten Wintertemperaturen in der Früh und am späteren Nachmittag sowie der immer wiederkehrende Schneefall, sind oftmals eine frostige Herausforderung für unsere Weingartenmitarbeiter.

Rebschnitt – „Weingartenschneiden“

In der Vegetationsruhe, die sich bis zum Austrieb im Frühling erstreckt, wird der jährliche Rückschnitt der Reben durchgeführt.

Der Rebschnitt gilt als eine sehr wichtige Arbeit für den Winzer und ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Bewirtschaftung eines Weinbergs. Genauer erklärt, eine wesentliche Voraussetzung für das Wachstum eines Rebstocks, für die Qualität der Trauben, für die Handhabung bei der Bewirtschaftung und für den Ertrag.

Diese erste Regulierung der Ertragsmenge ist von entscheidender Bedeutung. Bleiben zu viele Fruchtaugen am Rebstock, erhöht das zwar den Ertrag, mindert jedoch die Qualität, da sich das Grundpotential des Rebstocks auf zu viele Trauben verteilen muss. Die Ertragshöhe übt den stärksten Einfluss auf die Traubenqualität und somit auf die Weinqualität aus. Der jährliche Rebschnitt ist somit der erst wichtigste Schritt im Weinjahr hinsichtlich Qualitätssicherung.

Der Rebschnitt – „der jährliche Rückschnitt des einjährigen und des zum Teil auch mehrjährigen Holzes“ – dient dazu, eine optimale Erziehungsform zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten und unterstützt somit das Schaffen einer optimalen Streckeraufteilung (Strecker = Trieb). Die Art und Weise, wie geschnitten wird, hat großen Einfluss auf das spätere Wachstum und hängt von der Beschaffenheit des Bodens, des Klimas, sonstiger lokaler Faktoren und vor allem von der Philosophie des Winzers ab. In unserem Fall handelt es sich grundsätzlich um einen Einstreckerschnitt mit einem Zapfen. Das Schneiden erfolgt bei uns ausschließlich per Hand, was sehr aufwendig und arbeitsintensiv ist.

Radikale Eingriffe am alten Holz können sehr schwerwiegende Folgen haben, deshalb konzentrieren wir uns ausschließlich auf einen wundarmen, sanften Rebschnitt.
Die Arbeitsweise des wundarmen, sanften Rebschnitts knüpft an alte Erfahrungen des Rebschnitts an und fördert die Gesundheit sowie eine lange Lebensdauer eines Rebstocks. Die Methode zielt darauf ab, stets auf jungem Holz zu schneiden und behutsam gezielte Schnitte zu setzen. Durch eine gezielte Schnittführung und die Auswahl des sogenannten Streckers, wird versucht, den Rebstock möglichst frei von Verletzungen und damit ohne Unterbrechung des Saftflusses zu halten.
Nach Möglichkeit sollen keine großen Schnitte erfolgen und nur kleine Schnitte auf jungem, ein- bis zweijährigem Holz ausgeführt werden, um das saftführende System der Rebe möglichst wenig zu beeinträchtigen. (Bei der Entfernung der ein- bis zweijährigen Triebe wird der neue, angeschnittene Trieb immer an der Basis der Fruchtrute des Vorjahres belassen, sodass die neue Fruchtrute bereits Anschluss an bereits entwickelte Leitgefäße des Rebstocks hat).

Dies soll dazu beitragen, Pilzerkrankungen einzudämmen, sowie einen nachhaltigen Weinbau mit widerstandsfähigen Rebstöcken, stabilen Erträgen und guter Weinqualität zu ermöglichen. Durch die Schnitt- und Erziehungsform erfahren die Reben eine normale Alterung, die Vitalität nimmt zu und es zeigen sich weniger Stockausfälle, was die Homogenität einer Weingartenanlagen verbessert.

>>> Durch den sanften Rebschnitt wird die Pflanze so wenig wie möglich verletzt, ein Austrocknen der Saftbahnen und des Holzes wird vermieden, die Gefahr des Eindringens von Pilzen wird verringert.

>>> Der sanfte Rebschnitt ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Durch einen schonenden Rebschnitt werden gesunde Rebstöcke, ein gutes Rebenwachstum und eine lange Lebensdauer der Reben erzielt.

Ab- bzw. Niederbinden der Fruchtruten

Mit dem Abbinden des Streckers (Trieb) wird folglich für eine optimale, lockere Traubenaufteilung gesorgt.

Winterruhe

Schnee dient dem Rebstock als natürlicher Schutz vor eisiger Winterkälte und hält diesen in seiner tiefen Winterruhe.

Der Weinkeller im Winter

Auch im Weinkeller gibt es keine Winterruhe.

Die Holzfässer müssen spundvoll gehalten werden.

Jedes Holzfass verdunstet einen gewissen Flüssigkeitsanteil. Um die Qualität des darin befindlichen Weines zu halten, wird dieser Schwund mit dem Auffüllen gleichwertigen Weines ausgeglichen und das Fass bis zum Spundloch gefüllt.

Das Spundloch ist die Öffnung an der Fassoberseite und befindet sich an der höchsten Stelle des Fasses. Wenn der Wein bis zu dieser Öffnung reicht, ist das Fass „spundvoll“. In diesem Zustand ist die Kontaktfläche zwischen dem Wein und der darüber liegenden Luft am geringsten und dadurch sinkt die Gefahr unerwünschter Oxidationen mit dem Luftsauerstoff.

Vorbereitung der Flaschenabfüllung

Unsere Gebietsweine werden von der Hefe gezogen und auf die Flaschenabfüllung vorbereitet.


Damals und heute…

Baumpresse aus dem Jahr 1903
Pneumatische Presse

Die heutige Technik ermöglicht eine sanfte und schonende Verarbeitung unserer Trauben.