WEIN UND GESTEIN

Ausgabe 1:
Ein Blick in die Erdgeschichte

. . . EIN WIMPERNSCHLAG IN DER ERDGESCHICHTE:

WIR LEBEN IN EINEM EISZEITALTER

Das Eiszeitalter ging vor 11.700 Jahren nicht zu Ende, es dauert bis heute an. Das überwiegend warme Klima auf der Erde wurde in ihrer fast 4,6 Milliarden Jahre langen Geschichte immer wieder durch lange Kälteperioden unterbrochen.

Vor 2,6 Millionen Jahren begann das vorerst letzte dieser Eiszeitalter, das bis heute andauert. Aber auch innerhalb dieser globalen Kälteperioden wechseln sich wärmere und kältere Phasen ab.

Seit rund vier Jahrhunderttausenden gibt es einen annähernd 100.000-jährigen Zyklus. Länger dauernde Abkühlungsphasen wechseln mit kürzeren Warmphasen. Die vorerst letzte Warmphase, das Holozän, begann vor 11.700 Jahren.

Das heißt, wir leben aktuell in einer Warmzeit innerhalb des seit 2,6 Millionen Jahren andauernden Eiszeitalters.

EIN STREIFZUG DURCH 400 MILLIONEN JAHRE ERDGESCHICHTE


DAS FESTE FUNDAMENT

PALÄOZOIKUM / Silur – Devon, vor ca. 400 Mio. Jahren

Der Großteil der Festgesteine des Grundgebirges entstand im Erdaltertum (Paläozoikum). Es waren sandig–tonige Sedimente mit zwischengeschalteten
Vulkangesteinen und Kalke, die in einem Meer südlich des Äquators abgelagert wurden. Während der letzten 400 Millionen Jahre gelangten Teile dieser Ablagerungen durch plattentektonische Prozesse (Verschiebung von Erdplatten) schlussendlich bis in die heutige Position und bauen u.a. den Remschnigg, die Koralpe und den Sausal auf.

Manche Gesteinseinheiten wurden während ihrer Reise teilweise mehrfach tief in die Erdkruste abgesenkt und so durch unterschiedlich hohen Druck und Temperatur in Diabas, Schiefer, Gneis, Marmor, Amphibolit bzw. Eklogit umgewandelt. Pegmatite und granitische Gesteine belegen auch das Eindringen von Gesteinsschmelzen in diese Gesteinseinheiten. Andere Gesteine, wie z.B. Kalke des Grazer Paläozoikums wurden kaum überprägt und dokumentieren so, mit den noch erhaltenen Fossilien (z.B. Korallen), ihre ursprüngliche Entstehung in einem warmen Meer.

Der weite Transportweg und die unterschiedlichen tektonischen Prozesse haben Spuren hinterlassen: intensive Verfaltungen und Störungen sowie das Nebenund Übereinander von verschiedenen Gesteinseinheiten. Aus dem Erdmittelalter (Mesozoikum) sind nur noch kleine Reste (Kalke, Dolomite, Konglomerate) vorhanden. Der Großteil dieser geologischen Zeitdokumente wurde längst wieder abgetragen. Die Gesteine des „festen Fundaments“ bilden auch die Ausgangsgesteine der Ablagerungen, mit denen das Steirische Becken verfüllt wurde.